Schweiz vs. Deutschland: Das ewige Duell geht in die nächste Runde

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball

Die Schweiz und Deutschland haben in den letzten Jahren jedes grosse Endspiel im Faustballsport gegeneinander ausgetragen. Heute nun folgt das nächste Duell im EM-Final von Adelmannsfelden. Wir haben mit den beiden Trainern Oliver Lang und Olaf Neuenfeld gesprochen. 

In der Gemeinde Neuler, wenige Kilometer vom EM-Austragungsort Adelmannsfelden entfernt, liegt der Landgasthof Bieg. In diesem kleinen Hotel ist die Schweizer Faustball Nationalmannschaft seit Donnerstagmittag untergebracht. Aber nicht nur die Schweizer sind hier, sondern auch das Deutsche Nationalteam. Seit Donnerstag trifft man sich also nicht nur auf der EM-Anlage, sondern auch beim Frühstück und beim Abendessen.
Heute um 16 Uhr stehen sich die beiden Teams zum zweiten Mal an dieser Europameisterschaft gegenüber. Ans erste Duell haben die Schweizer keine guten Erinnerungen. 5:11, 3:11 verloren sie das Vorrundenspiel gegen den amtierenden Europameister und wurden «richtiggehend überrollt», wie der Schweizer Nationaltrainer Oliver Lang nach der Partie meinte.

Die letzten Finals
Heute nun stehen sich die Schweiz und Deutschland im Endspiel gegenüber. Dieses Duell hat sich in den letzten Jahren zum Klassiker entwickelt. Seit 2013 haben diese beiden Nationen jedes grosse Endspiel bestritten – jedes Mal mit dem besseren Ende für Deutschland. 2013 an den World Games in Cali (Kolumbien) setzte sich Deutschland mit 4:1 durch. Ein Jahr später duellierten sich die Teams im EM-Final in Olten, wo die Schweiz eine 3:1-Satzführung nicht über die Ziellinie brachte und sich mit 3:4 geschlagen geben musste. Klar war das Ergebnis dagegen im Endspiel der WM in Cordoba 2015, wo sich Deutschland gleich mit 4:0 durchsetzen konnte und im gesamten Turnier keinen Satz verloren hatte.
An der EM in Grieskirchen im Jahr darauf konnte die Schweiz das Spielgeschehen in den ersten vier Sätzen ausgeglichen gestalten (2:2), ehe sie dann mit 2:4 verlor. Und noch gut in Erinnerung ist der letztjährige World-Games-Finalkrimi in Breslau, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Die Schweiz hatte die grosse Chance auf den Sieg, musste sich am Ende jedoch trotz 3:1-Satzführung mit 3:4 geschlagen geben.

Lang vs. Neuenfeld
Beim Frühstück heute Morgen vor dem sechsten Final-Duell in Folge zwischen der Schweiz und Deutschland haben wir mit den beiden Trainern Oliver Lang und Olaf Neuenfeld über das «ewige Duell» zwischen der Schweiz und Deutschland gesprochen. Denn die beiden standen bei jedem Finalspiel an der Seitenlinie. «Die Finalspiele waren bis auf das Spiel in Argentinien immer spannend und ausgeglichen – vor allem in Olten und Breslau. Wir starten jeweils gut in die Partie, aber sie können diese am Ende immer drehen. Diese Blockade müssen wir lösen», blickt Oliver Lang zurück. «Die Finals gegen die Schweiz waren immer tolle und spannende Duelle. Insbesondere die Partie in Breslau, die wir eigentlich schon mehrmals verloren hatten und in letzter Sekunde noch drehen konnten», so Olaf Neuenfeld.
Die Trainer der beiden Top-Faustballnationen verbindet eine besondere Beziehung, die auch über den Faustballsport hinausgeht. Vor wenigen Wochen war Olaf Neuenfeld mit seiner Freundin im Urlaub zu Gast bei Oliver Lang und seiner Familie. «Das war sehr herzlich und wir verstehen uns super», so Neuenfeld. Trotz des guten Verhältnisses - angesprochen auf den Final können sich dann beide einen kleinen Seitenhieb in die Richtung des jeweils anderen nicht verkneifen. «Olaf hat in Deutschland noch nie einen Titel geholt. Das wird auch so bleiben», so Oliver Lang. «Oli ist vom Anpfiff an potenziell gelb gefährdet und da fliegt dann schon auch mal eine Flasche über den Platz. Er ist deutlich impulsiver als ich, aber das war bei mir in seinem Alter auch so.»

So tippen die beiden Trainer
Und wie geht das Endspiel aus? «Nach der Vorrunde sagen alle Experten, dass Deutschland 4:0 gewinnen wird. Ich bin aber überzeugt, dass es heute nicht so sein wird. Natürlich bin ich Realist und weiss, dass unsere Chancen bei 20 oder 25 Prozent liegen. Aber warum soll das heute nicht klappen? Ich tippe auf einen 4:3-Sieg der Schweiz», sagt Oliver Lang. «Wir gewinnen 4:2», kontert Neuenfeld.

Das EM-Finale beginnt heute um 16 Uhr.

Zurück