«Das ist die vielversprechendste Strategie gegen Diepoldsau»

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Vor dem Saisonstart der Frauen haben wir mit Nationaltrainer Anton Lässer über die Ausgangslage in der kommenden Feldsaison gesprochen und voraus geschaut auf die Highlights der Frauen Nationalmannschaft.

Diepoldsau hat bei den Frauen in den letzten Jahren dominiert. Holen Sie auch in der neuen Feldsaison den Titel?
Da würde ich mich noch nicht ganz festlegen. Natürlich sind sie wieder die Favoritinnen, aber es gibt einige Änderungen im Team. Nach dem Weggang von Lena Wahl fehlt eine zweite, ausgebildete Schlägerin. Zudem möchten die arrivierten Hinterfrauen Eva Lässer und Svenja Wrede kürzertreten und Ende Saison ganz aufhören. Entsprechend werden die jüngeren Spielerinnen gefordert sein, auch in den wichtigen Partien Verantwortung zu übernehmen. Ich bin gespannt.

Wem traust du am ehesten zu, dass sie Diepoldsau schlagen können?
Die Kreuzlinger Spielerinnen haben in den Natitrainings einen starken Eindruck hinterlassen. Wenn sie es schaffen, ihr Potenzial nicht nur in der Vorrunde abzurufen, sondern auch am Final4-Turnier, können sie sehr gefährlich werden. Und auch die Jonerinnen haben nach wie vor das Zeug dazu, ganz vorne mitzuspielen. Dort wird entscheidend sein, wie gut Celina Traxler in Form ist.

Da du ja neu nicht mehr Trainer von Diepoldsaus Frauen bist, kannst du ja vielleicht einen Tipp geben – wie muss man gegen Diepoldsau spielen, um erfolgreich zu sein?
(lacht) Man muss Tanja Bognar beschäftigen, so wie Jona das im Final der Hallenmeisterschaft gezeigt hat. Das ist die vielversprechendste Strategie gegen Diepoldsau. Natürlich weiss Diepoldau, dass die Gegnerinnen diese Taktik anwenden und werden sich ihrerseits eine Taktik überlegen.

Der Modus sieht vor, dass die Top 5 nach der Qualifikation um die Final4-Plätze kämpfen. Welche fünf Teams siehst du vorne?
Drei dieser fünf Plätze sind für mich klar. Die gehen an Diepoldsau, Jona und Kreuzlingen. Dahinter werden Neuendorf, Elgg und auch Hochdorf um die weiteren beiden Plätze kämpfen.

Du sprichst Elgg an – was traust du der jungen Equipe zu? Können Sie in diesem Jahr allenfalls erstmals eines der arrivierten Topteams hinter sich lassen und am Final4-Turnier dabei sein?
Ja, das traue ich der Mannschaft zu. Sie haben in den Natitrainings gezeigt, dass sie nochmals einen grossen Schritt nach vorne gemacht haben. Da Neuendorf auch einige neue Spielerinnen einbaut, traue ich Elgg zu, den Platz von Neuendorf zu übernehmen.

Wie beurteilst du die Ausgangslage im Abstiegskampf?
Ich glaube, dass Rebstein und Schlieren die beiden letzten Plätze belegen werden. Der Modus sieht aber vor, dass in der Auf-/Abstiegsrunde die schwächsten NLA-Teams die Chancen haben werden, sich mit den besten NLB-Teams zu messen. Ich glaube, dass es in diesem Jahr keine Wechsel geben wird und sich alle acht NLA-Teams in der obersten Liga halten werden.

Werfen wir noch einen Blick auf das Nationalteam der Frauen. Nach dem Rücktritt der vier Jonerinnen Celina Traxler, Natalie Berchtold, Tina Baumann und Janine Stoob ist eine Lücke entstanden. Was bedeutet dieser Umbruch für dein Team?
Die vier Jonerinnen werden natürlich fehlen. Aber wir haben auch im aktuellen Kader Spielerinnen mit viel Erfahrung, so dass wir nicht substanziell schwächer sein werden als in den letzten Jahren. Zudem ist ein solcher Umbruch immer auch eine Chance für junge Spielerinnen, sich zu beweisen. Wer gut trainiert, hat durchaus Chancen, sich einen Natiplatz zu erobern.

Wie sieht die Vorbereitung auf die World Games aus?
Das Konzept steht und wir wissen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern müssen. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Wir werden das Kader schon nach der ersten Meisterschaftsrunde auf 14 Spielerinnen reduzieren und mit diesen am Turnier in Frauenfeld antreten. Danach selektionieren wir das definitive Kader, mit dem wir dann noch drei Trainingswochenende absolvieren werden bis zu den World Games.

Mit welcher Zielsetzung reist ihr an die World Games nach Birmingham?
Wir wollen das Finale erreichen. Das ist ein freches Ziel, aber ich glaube daran, dass es möglich ist.

Und zum Schluss dein Resultat-Tipp für die Feldsaison 2022:

  1. Diepoldsau
  2. Jona
  3. Kreuzlingen
  4. Elgg
  5. Neuendorf
  6. Hochdorf
  7. Schlieren
  8. Rebstein

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