«Der Nations Cup ist für mich gleich wichtig wie eine EM»

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Wir sprechen mit Nationaltrainer Oliver Lang über die Absage der EM in Italien, die Bedeutung des alternativ ins Leben gerufenen Nations Cup und die Ziele, die er in diesem Jahr mit dem Nationalteam verfolgt.

Vor Kurzem wurde die EM in Italien verschoben. Hat dich die Verschiebung überrascht?
Nein, das habe ich leider schon länger befürchtet. Vor allem auch, weil ich von Seiten der Organisatoren gespürt habe, dass die EM ohne Zuschauer schwierig geworden wäre. Daher war die Verschiebung keine Überraschung.

Was bedeutet diese Verschiebung für eure Saisonplanung?
Die verändert sich deswegen nicht gross. Der grösste Unterschied sind die Länderspiele, die wir im Sommer geplant haben. Am 12. Juli spielen wir in Schlieren gegen Österreich und am 6. August in Jona gegen Deutschland. Diese Spiele wären ursprünglich nach der EM angesetzt und entsprechend hätte ich die Chance genutzt, um dort junge Spieler zu testen. Jetzt aber dienen diese beiden Länderspiele als Selektionsmatches für den Nations Cup.

Du sprichst den Nations Cup an. Dieses Turnier findet vom 1. – 3. Oktober in Schneverdingen (De) statt als Ersatz für die EM. Was kannst du uns über dieses Turnier sagen?
Geplant ist aktuell, dass acht Teams an diesem Turnier teilnehmen. Diese werden dann aufgeteilt in zwei Vierer-Gruppen. Voraussichtlich werden Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien in einer Gruppe spielen – sofern sie alle dabei sind – und vier nominell schwächere Nationen in der zweiten Gruppe. Die Veranstalter rechnen hier mit Dänemark, Belgien und Serbien. Ein viertes Team wird aktuell noch gesucht. Nach den Gruppenphase, in der jeder gegen jeden spielt, wird es Viertelfinalpartien geben und danach wird der Sieger im KO-System auserkoren.

Wie wichtig ist es für die Nationalmannschaft, dass man mit dem Nations Cup eine neue Perspektive hat für dieses Jahr?
Das ist brutal wichtig. Wir haben einen grossen Umbruch im Team. Wir haben ganz gute, junge Talente, aber denen fehlt aktuell noch die internationale Härte. Dafür brauchen wir Matches auf höchstem Niveau und die bekommen wir am Nations Cup.

Was ist dein Ziel für den Nations Cup?
Ich möchte am Nations Cup die Spieler herausfilten, die im nächsten Jahr an der EM und an den World Games den Kern des Schweizer Nationalteams bilden. Das ist mein Ziel.

Das heisst, der Nations Cup hat für dich einen hohen Stellenwert.
Absolut. Der Nations Cup ist für mich gleich wichtig wie eine EM. Natürlich gibt es keinen EM-Titel zu gewinnen, aber es sind praktisch dieselben Teams am Start und wir wollen uns bei diesem Turnier von einer guten Seite präsentieren.

Wie sieht die Vorbereitung aus auf dieses Turnier?
Als erstes steht über Pfingsten das Trainingslager in Magglingen auf dem Programm, sofern wir dieses mit mehr als 15 Personen durchführen können. Danach folgen im Sommer die beiden Testländerspiele und nach dem Final4-Turnier in Neuendorf vom 4./5. September werden wir das 12er-Kader selektionieren. Eine Woche nach dem Final4-Turnier werden wir in dieser Konstellation ein Trainingsweekend in Kleindöttingen absolvieren und das definitive Kader für den Nations Cup bestimmen.

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