Der «ungeschliffene Diamant» gibt sein Nati-Debüt

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball

Bild: Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Der Winterthurer Rico Strassmann ist gestern Abend zum ersten Mal im Trikot der Schweizer Faustball Nationalmannschaft aufgelaufen. Bei der 3:4-Niederlage gegen Vize-Weltmeister Österreich in Elgg stand der 20-jährige Mittelmann während vier Sätzen auf dem Feld.

Es war ein ganz besonderer Moment gestern Abend auf der Sportanlage im See in Elgg. Rico Strassmann durfte bei seinem allerersten Länderspiel für die A-Nationalmannschaft gleich von Anfang an aufs Feld. Und schon bei seinen ersten Aktionen liess er sein Talent aufblitzen. Gleich mehrfach rettete er spektakulär und überzeugte mit sauberen Zuspielen auf die Angreifer in den Schweizer Reihen.
«Es war richtig geil, hier in Elgg mein erstes Länderspiel bestreiten zu können. Dank meinen Kollegen, die extra gekommen sind, hatte ich fast schon eine eigene Fankurve. Das hat mir den Einstand natürlich erleichtert. Ich habe mich richtig wohl gefühlt auf dem Feld», sagt er. Nach drei starken Sätzen hatte Strassmann im vierten Durchgang mit den feuchter werdenden Platzbedingungen etwas zu kämpfen und wurde kurz danach ausgewechselt. Der starken Leistung in seinem ersten Länderspiel tut dies jedoch keinen Abbruch. Auch die Nationaltrainer Oliver Lang und Stephan Jundt waren zufrieden mit dem Auftritt des jungen Winterthurers.

Bild: Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Schwieriger Start in der NLA
Rico Strassmann hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Erst seit etwas mehr als einem Jahr ist er Stammspieler im NLA-Team der FG Elgg-Ettenhausen. Zuvor spielte der Mittelmann erst bei seinem Stammverein in Töss, danach in der 1. Liga und der NLB bei Elgg-Ettenhausen. Die erste Saison als Stammspieler in der höchsten Spielklasse verlief für Rico Strassmann aber nicht nach Wunsch. Die ersten Partien verpasste er wegen einer Fussverletzung und nach seinem Comeback kam er – genau wie seine Teamkollegen – nicht auf Touren.
Die Elgger klassierten sich zum Ende der Saison auf dem letzten Platz und konnten den Abstieg nur verhindern, weil die zweite Equipe des Vereins in der Nationalliga B den Meistertitel gewann. «Das war eine sehr schwierige Saison. Du investierst Zeit, trainierst viel und verzichtest auf einiges. Aber der Erfolg kommt einfach nicht. Irgendwie war der Wurm drin. Das war schon frustrierend», blickt Rico Strassmann zurück.

«Jetzt werde ich alles dafür geben, dass ich den Sprung ins Kader schaffe und die Schweiz bei einem grossen Turnier vertreten kann.»

Rico Strassmann, Nationalspieler

Der erste grosse Titel
Doch in dieser schwierigen Phase konnte der 20-Jährige aus Winterthur auf eine seiner Stärken zählen: die Fähigkeit, sich und seine Mitspieler zu motivieren. «Für die Hallensaison haben wir uns dann richtig zusammengerissen und sind mit neuer Motivation gestartet. Auf dem Feld habe ich versucht, meine Mitspieler noch mehr zu motivieren und Schwung ins Team zu bringen», so Strassmann.
Und das hat funktioniert. Als Dritter qualifizierte sich Elgg-Ettenhausen fürs Final4-Turnier und holte dank einem sensationellen Finalwochenende in Winterthur völlig überraschend den Schweizer Meistertitel. «Das war unglaublich. Für mich war es der erste grosse Titel überhaupt. Ich wusste gar nicht, wie sich ein derart grosser Sieg anfühlt. Aber es war genial und hat unglaublich viel Motivation und Elan ins Team gebracht», beschreibt Rico Strassmann.

Alle nötigen Qualitäten vorhanden
Der Exploit in der Hallen Meisterschaft ist sicherlich auch mitverantwortlich für Strassmanns erstes Aufgebot für die A-Nationalmannschaft. «Rico ist für mich ein ungeschliffener Diamant», sagt Nationaltrainer Oliver Lang, der die Karriere von Strassmann seit einigen Jahren verfolgt. «Er bringt alle Qualitäten mit, die ein guter Mittelmann braucht. Er ist extrem schnell, kann das Spiel lesen und hat ein gutes Händchen. Gut möglich, dass er uns in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten wird.»
Diese Qualitäten hat Rico Strassmann auch bei seinem Länderspiel-Debüt in Elgg unter Beweis gestellt. Und wenn es nach ihm geht, dann wird er dies bald öfters tun. «Ich bin stolz, dass ich die Chance erhalten habe, in der A-Nationalmannschaft zu spielen. Jetzt werde ich alles dafür geben, dass ich den Sprung ins Kader schaffe und die Schweiz bei einem grossen Turnier vertreten kann», sagt er.

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