Deutschland ist zu stark: Die Schweiz holt Silber

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball

Die Schweizer Nationalmannschaft verliert das Finalspiel der Europameisterschaft in Adelmannsfelden gegen Deutschland mit 0:4. Der alte und neue Europameister war in diesem Duell schlicht zu stark.

Im Final der Europameisterschaften in Adelmannsfelden kam es zum grossen Klassiker der letzten Jahre: Schweiz gegen Deutschland. Diese beiden Nationen haben seit 2013 jedes Finalspiel bei einem Faustball-Grossanlass bestritten. Und jedes Mal hatte Deutschland das bessere Ende für sich. Beim letzten Aufeinandertreffen im Final der World Games in Polen war es jedoch ultraknapp geworden. Damals gewannen die Deutschen in einem wahren Krimi nach einem 1:3-Satzrückstand mit 4:3.
Die Schweizer wollten daher heute alles daran setzen, diese Niederlagenserie gegen Deutschland zu durchbrechen. Entsprechend klare Worte fand Nationaltrainer Oliver Lang in seiner Ansprache vor dem Finalspiel: «Jungs, ich bin extrem stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein. Wir gehen jetzt da raus und kämpfen alle zusammen, bis uns die Arme und die Beine abfallen. Wir wollen diesen Pokal in die Schweiz holen, denn der steht schon viel zu lange in Deutschland.»

Nur am Anfang dran
Entsprechend motiviert und fokussiert gingen die Schweizer die letzte Stunde vor Spielbeginn an. Und auch in der Anfangsphase des EM-Finals waren sie den Deutschen ebenbürtig. Doch leider nur am Anfang. Nach dem Gewinn des ersten Satzes (11:8) kam der Deutschland-Express so richtig ins Rollen. Die Service der Schweizer wurden von den Deutschen teilweise auf beeindruckende Art und Weise entschärft und auch im Angriff kamen die Schweizer nicht mehr so auf Touren, wie das noch im Halbfinal gegen Österreich der Fall war. In den Sätzen zwei und drei war für die Schweizer nichts zu holen. Mit 4:11 und 6:11 gingen diese an die Deutschen, obwohl die Nationaltrainer Oliver Lang und Hanspeter Brigger auf mehreren Positionen Wechsel vorgenommen haben.
In Durchgang Nummer vier konnten sich die Schweizer dann noch einmal steigern. Mit 4:2 gingen sie zwischenzeitlich in Führung, doch die war nur von kurzer Dauer. Deutschland liess sich auch vom Rückstand nicht beirren und war nicht mehr von der Siegerstrasse abzubringen. Mit 11:7 ging auch der vierte Satz an die Deutsche Mannschaft, die damit auch den sechsten Final in Folge gegen die Schweiz gewinnt und den Europameistertitel erfolgreich verteidigt.

Deutschland schlicht besser
Verständlicherweise war die Enttäuschung im Schweizer Lager gross. So hatte man sich den Final nicht vorgestellt. «Wir hatten im ersten Satz ein paar kleine Chancen, die wir dann aber leider nicht nutzen konnten. Wie bereits im Vorrundenspiel hatten wir Probleme mit den halblangen Bällen und waren in der Defensive etwas zu wenig konsequent. Wir haben alles versucht und gekämpft bis zum Schluss», so Hanspeter Brigger, der aber vor allem auch lobende Worte für den neuen und alten Europameister fand: «Deutschland war heute sehr stark und hat verdient gewonnen. Die Zuspiele waren grossartig und Patrick Thomas war im Angriff einmal mehr überragend.»
Das sah auch Briggers Trainerkollege Oliver Lang nicht anders. «Heute hätten wir gegen Deutschland noch zehn Sätze spielen können und hätten keinen gewonnen. Sie waren schlicht auf jeder Position besser. Das war teilweise frustrierend, denn selbst wenn wir starke Bälle geschlagen haben, kamen diese stets zurück.» Trotz der klaren Finalniederlage gegen Deutschland haben die Schweizer an der Europameisterschaft in Adelmannsfelden einmal mehr bewiesen, dass sie die zweitstärkste Mannschaft sind hinter Deutschland und ihr Ziel – den EM-Final - erreicht haben.

Resultate:
Europameisterschaft. Männer. in Adelmannsfelden. Final:
Deutschland vs. Schweiz 4:0 (11:8, 11:4, 11:6, 11:7). – Rangliste: 1. Deutschland, 2. Schweiz, 3. Österreich, 4. Italien, 5. Tschechien, 6. Polen, 7. Dänemark, 8. Serbien, 9. Belgien, 10. Holland.

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