Die Schweizerinnen verpassen den WM-Final

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Die Schweizer Frauen verlieren ihr WM-Halbfinalspiel gegen Österreich trotz der bislang besten Leistung des Turniers mit 1:3. Damit wartet morgen das Bronzespiel gegen Chile.

Es war alles bereit für ein grosses Faustballfest. Die Tribünen des Center Courts waren voll besetzt, das Wetter perfekt und die Ausgangslage versprach Hochspannung. Schweiz gegen Österreich lautete die Affiche im WM-Halbfinal der Frauen, dem letzten Spiel des Tages an der WM in Grieskirchen. Eine Begegnung, die vor drei Jahren an der WM in Linz bereits einmal stattgefunden hatte. Damals mit dem besseren Ende für die Schweizerinnen, die das Spiel mit 3:2 für sich entscheiden konnten.
Wenig überraschend waren die Schweizerinnen bestrebt, diesen Sieg zu wiederholen. In der Gruppenphase ging das Direktduell gegen die Österreicherinnen allerdings klar und deutlich mit 0:3 verloren. Das Team der Trainer Anton Lässer und Benjamin Marti-Suter musste sich also steigern.

Den Start verpasst
Den WM-Halbfinaltag hatten die Schweizerinnen ruhig angehen lassen. Nach einem späten Frühstück gings zur Videoanalyse, wo man das Vorrundenspiel gegen die Österreicherinnen noch einmal unter die Lupe nahm. «Wir haben die richtigen Schlüsse aus dem Spiel gezogen und uns einen Spielplan zurechtgelegt für das Halbfinale», so die verletzte Abwehrspielerin Rahel Hess, die in Grieskirchen als Betreuerin mit dabei ist. Dieser sah vor, im Angriff stärker die Flanken anzuspielen, so die gegnerischen Angreiferinnen zu beschäftigen und in der Abwehr kompakter zu stehen.
Diese Taktik wollten die Schweizerinnen auf dem Spielfeld umsetzen. Das Vertrauen der Trainer erhielten zu Beginn im Angriff Tanja Bognar und Celina Traxler, die bis kurz vor der WM noch verletzt war. In der Mitte spielte Jamie Bucher und das Abwehrduo bildeten Tina Baumann und WM-Neuling Fabienne Frischknecht. Der Auftakt gelang den Schweizerinnen allerdings nicht nach Wunsch. Wie im Gruppenspiel waren es die Gastgeberinnen, die das Spielgeschehen an sich reissen konnten. Der erste Satz ging klar mit 11:5 an Österreich. Und auch im zweiten Durchgang erwachten die Schweizerinnen erst zu spät. Zu mehr als einem 9:11 reichte es nicht mehr.

Starke Reaktion reicht nicht
Im dritten Satz kehrte dann aber die Hoffnung zurück. Die Abwehr um Tina Baumann und die eingewechselte Natalie Berchtold stand kompakt und die Zuspiele wurden präziser, so dass Tanja Bognar und Captain Janine Stoob ein ums andere Mal punkten konnten. Entsprechend ging der dritte Satz verdient mit 11:5 an die Schweiz. Im vierten Durchgang entwickelte sich dann ein Spiel auf Augenhöhe mit teilweise spektakulären Aktionen. Die Schweizerinnen konnten über weite Strecken mithalten, den eingefangenen Rückstand aber nicht mehr ganz wettmachen.
So verloren sie den vierten Satz mit 9:11 und verpassen damit den Finaleinzug. «Es fehlte nicht viel. Wir hatten die Österreicherinnen super unter Kontrolle im dritten Satz. Im vierten Durchgang haben wir sie dann aber wieder ins Spiel kommen lassen, weil wir etwas zu wenig Druck am Service und in der Defensive ein paar blöde Fehler drin hatten», analysierte Captain Janine Stoob nach Spielschluss. Statt des grossen Finals gegen Titelverteidiger Deutschland spielen die Schweizerinnen morgen Nachmittag das Bronzespiel gegen Chile.


Das WM-Programm der Schweizerinnen:
Faustball Weltmeisterschaft. Frauen. in Grieskirchen (Ö). Halbfinals: Schweiz vs. Österreich 1:3 (5:11, 9:11, 11:5, 9:11), Deutschland vs. Chile 3:0 (11:3, 11:8, 11:5). – Spiel um Platz drei: Samstag, 15:15 Uhr: Schweiz vs. Chile, Finale: Samstag, 18:30 Uhr Deutschland vs. Österreich

 

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