Diepoldsau-Schmitter und Deutschland siegen in Elgg

zur Verfügung gestellt / Elgger Zeitung

Zum 17. Mal massen sich Teams aus den vier führenden Faustballnationen am Weltklasseturnier in Elgg. Abgerundet wurde der sportliche Abend mit einem Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz, das zuerst einseitig wirkte und dann doch sehr spannend wurde.

Weder die Hitze noch der Regenschauer am Mittwochnachmittag wirkten sich auf den Spielplan der 17. Austragung des Turniers Faustball Weltklasse in Elgg aus. Trotzdem war gegenüber den Vorjahren einiges anders. Zum ersten Mal fand dieser Anlass unter dem Patronat der Raiffeisenbank statt. Deren Vertreter Peter Bühler betonte zwischen dem Final des Clubturniers und dem Länderspiel, trotz aller Wirren um die Bankengruppe werde die lokale Raiffeisenbank weiterhin Anlässe in der Region unterstützen. «Wir konnten mit Raiffeisen einen Eventvertrag für die nächsten Jahre abschliessen», freut sich Markus Fehr, Vorstandsmitglied von Faustball Elgg.
Erstmals wurden acht statt wie bisher sechs Mannschaften eingeladen, die sich in einer so genannten Double Elimination für den Final zu qualifizieren versuchten. Das bedeutete, dass eine Mannschaft nach einer Niederlage nicht schon ausgeschieden war, sondern noch eine zweite Chance erhielt. Weil dadurch die Anzahl Spiele stieg, begann das Turnier eine Stunde früher als bisher. Die acht Teams kamen aus den vier führenden Faustballnationen Brasilien, Deutschland, Österreich und Schweiz. Und noch eine Neuerung: Weil der Elgger Nationaltrainer Oliver Lang und auch Co-Trainer Hanspeter Brigger beim abschliessenden Länderspiel im Einsatz waren, führte ein externer Speaker durch das Programm, und der sprach akzentfrei Hochdeutsch. Sönke Spille reiste aus dem nördlichen Nachbarland nach Elgg.

Elgg-Ettenhausen verlor zweimal
Die Heimmannschaft traf in der Vorrunde auf Union Tigers Vöcklabruck (Österreich) und den dritten Schweizer Vertreter STV Wigoltingen. Beiden Gegnern konnte Elgg-Ettenhausen jeweils einen Satz abnehmen, doch gingen beide Spiele mit 1:2 verloren. So belegten die Gastgeber zusammen mit Offenburg (Deutschland) den 7. Platz. Für den Final qualifizierten sich der aktuelle österreichische Meister Union Tigers Vöcklabruck und das Schweizer Spitzenteam SVD Diepoldsau-Schmitter.
Vöcklabruck legte im Endspiel rasant los, doch Diepoldsau-Schmitter, angeführt von Nationalspieler Raffael Schlat- tinger, fand immer besser ins Spiel. Die Rheintaler nahmen den Schwung in den zweiten Satz dermassen mit, dass die Österreicher schon früh ein Timeout verlangten. Diepoldsau-Schmitter konnte sich nach drei Sätzen schliesslich zum Sieger der 17. Faustball Weltklasse ausrufen lassen. Hinter Diepoldsau-Schmitter klassierten sich Vöcklabruck, Vaihingen/Enz (Deutschland), Südbrasilien, Clube Duque de Caxias (Brasilien), Wigoltingen, Elgg-Ettenhausen und Offenburg.

Eine knappe Entscheidung
Es ist längst Tradition, dass Faustball Weltklasse jeweils mit einem Länder- spiel abgeschlossen wird. Dieses Jahr standen sich das Swiss Team und eine Auswahl aus Deutschland gegenüber. Bei den Schweizern standen mit dem beim STV Wigoltingen spielenden Ueli Rebsamen sowie Joel und Nicolas Fehr auch drei Elgger im Aufgebot, wobei nur Rebsamen Stammspieler war. Zu einer Panne kam es bei der Teampräsentation. Mit der Nationalhymne Deutschlands klappte alles. Als aber der Schweizerpsalm erklingen sollte, herrschte «Sendepause», respektive erklangen kurze Musikfetzen. Schliesslich stimmten ein paar gesanglich sattelfeste Besucher unsere Nationalhymne an und retteten damit die Spielervorstellung. Irgendwie war diese Episode symptomatisch für dieses Länderspiel. Die Gäste aus Deutschland legten nämlich intensiv los. Die Schweizer wehrten sich, hinkten ihnen aber immer einen Schritt hinter- her. Deutschland entschied die ersten drei Sätze für sich.
Da auf vier Gewinnsätze gespielt wurde, schien die Sache also schon fast gelaufen zu sein. Doch das Schweizer Team bäumte sich auf eindrückliche Art auf, fand immer besser ins Spiel und brachte es tatsächlich fertig, drei Sätze in Folge zu gewinnen, und so war die Partie plötz- lich wieder ausgeglichen. Der siebte Satz musste zu vorgerückter Stunde entschei- den. Da hatten die Deutschen offenbar den «längeren Schnauf». Sie siegten deutlich mit 11:5 und entschieden das Länderspiel mit 4:3 Sätzen für sich.

Kein Turnier 2019
Gegen 400 Zuschauerinnen und Zuschauer säumten am Mittwochabend die Spielfelder auf dem Sportplatz Im See. Dies entspreche etwa den Zuschau- erzahlen in den letzten Jahren, sagte OK-Mitglied Richard Staub. Angesichts der Sommerferien und vor allem der in den vergangenen Tagen herrschenden Hitze also sicher ein guter Publikumsaufmarsch. Das Weltklasseturnier sei eine gute Plattform, den Sponsoren und Gönnern einen Gegenwert für ihr Engagement zu bieten, erklärte Markus Fehr. Dennoch wird es 2019 nicht durchgeführt. Grund ist die Faustball-Weltmeisterschaft, die genau in einem Jahr in Winterthur stattfinden wird. Faustball Elgg gehört dort zu den Trägervereinen, ist also stark involviert. Markus Fehr ergänzt: «Da sich die Länder auf die WM vorbereiten, würden wir keine starken Teams finden. Ein Rumpfturnier wollen wir aber nicht organisieren.» So dauert es also zwei Jahre, bis in Elgg wieder Fäuste auf Weltklasseniveau fliegen – selbstverständlich auf sportliche und faire Weise.

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