FBV Ettenhausen: Von der Ballschule zum Faustballsport

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Im Rahmen unserer kleinen «Nachwuchs-Serie» stellen wir verschiedene Vereine und ihre Projekte vor, mit denen sie die Zukunft des Schweizer Faustballsports mitgestalten. Heute ist der FBV Ettenhausen dran, der innerhalb von vier Jahren 43 neue Kids für den Faustballsport gewinnen konnte.

Es sind beeindruckende Zahlen, die der FBV Ettenhausen im Nachwuchsbereich präsentieren kann. 2017 hatte der Verein lediglich noch 23 Nachwuchsspieler und 4 Trainer. Sie konnten entsprechend nicht mehr in jeder Altersklasse an der Meisterschaft teilnehmen. Heute stellt der FBV Ettenhausen 66 Kids und 12 Trainer. Als einer von nur drei Vereinen konnte Ettenhausen an den letzten Nachwuchs Schweizer Meisterschaften in jeder Alterskategorie ein Team stellen. Was also ist das Geheimnis hinter dem Erfolg von Ettenhausen? Wir haben beim Markus Portmann nachgefragt.

Am Anfang der Nachwuchsbemühungen in Ettenhausen standen drei Ziele:

  • Die Suche nach einem Nachwuchsverantwortlichen
  • Aufbau einer nachhaltigen Nachwuchsabteilung mit einem funktionierenden Konzept
  • Kinder und Jugendliche für den Faustballsport begeistern

«Aus diesen drei Zielen ist das Nachwuchskonzept ‘ET GO’ entstanden», blickt Markus Portmann zurück.

Ballschule als Basis
Um neue Kinder für den Faustballsport zu gewinnen, wählte das Team um den Nachwuchsverantwortlichen Elmar Bonetti den Weg über die Schule. Dort besuchte man die Kinder im 2. Kindergarten und der 1. Klasse. Die Kids, die nach den Schnupperlektionen Spass am Faustballsport gefunden haben, besuchen in Ettenhausen noch nicht das reguläre Faustballtraining, sondern die Ballschule. «Die Ballschule ist ein Trainingsangebot für Kinder ab dem Kindergarten bis zu 9 Jahre. Die Kinder sollen dabei den Umgang mit dem Ball in verschiedenen Sportarten spielerisch erlernen», erklärt Portmann.

«Wir konzentrieren uns bewusst weiterhin auf den Breitensport, denn ohne breite Basis gibt es auch keine starke Spitze.»

Markus Portmann, FBV Ettenhausen

Ein Ansatz, der gut ankam. Teilweise waren bis zu 20 Kids gleichzeitig in der Halle und trainierten gemeinsam. Viele der Kids, die in der Ballschule waren, wechselten später in die U10 des FBV Ettenhausen. Und von dort durchlaufen sie dann die klassische Faustball-Ausbildung des Vereins. Die Faustballtrainings werden stets von zwei Trainern oder Trainerinnen geleitet, wobei diese früher selber aktiv gespielt haben und daher die Grundlagen des Faustballsports korrekt vermitteln können. «Wir versuchen zudem, U16 und U18 Spielerinnen und Spieler in die Trainings miteinzubeziehen und sie so an die Trainer- und Betreueraufgabe heranzuführen», sagt Markus Portmann.

Breitensport- und Leistungssport
Dank diesem starken Wachstum ist der Verein nun in eine neue Phase der Nachwuchsförderung eingetreten. Auf der breiten Basis, die bereits geschaffen werden konnte, möchte man nun auch gezielt die talentiertesten Spielerinnen und Spieler fördern und an den Leistungssport heranführen. «Wir konzentrieren uns bewusst weiterhin auf den Breitensport, denn ohne breite Basis gibt es auch keine starke Spitze», sagt Markus Portmann. «Aber wir wollen, dass sich unsere Bemühungen im Nachwuchs auch in Resultaten messen lassen.» Das ist bereits ein erstes Mal gelungen. An den U12 Schweizer Meisterschaften belegte Ettenhausen den starken zweiten Rang.

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