Im zweiten Anlauf will Yanick Linder seine Chance packen

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball

Bild: Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Die Teilnahme an der Heim-WM im letzten Sommer hat Yanick Linder ganz knapp verpasst. Jetzt aber steht Widnaus Captain vor seinem Debüt in der Faustball Nationalmannschaft. Morgen (ca. 20 Uhr) soll er in Wigoltingen gegen Österreich erstmals im Natidress auflaufen.

Obwohl mit der EM in diesem Sommer das internationale Highlight abgesagt werden musste, steht der Schweizer Männer Nationalmannschaft eine wichtige Woche bevor. Gleich vier Testländerspiele sind geplant. Nationaltrainer Oliver Lang und sein Team wollen die Partien gegen Vize-Weltmeister Österreich und Weltmeister Deutschland nutzen, um junge Spieler zu testen. Denn eines ist klar: Das EM-Aufgebot im nächsten Jahr wird anders aussehen als noch bei der WM im vergangenen Sommer. Nicht weniger als fünf Spieler haben seither nämlich ihren Rücktritt aus dem Nationalteam gegeben. Es steht ein Generationenwechsel an.
Einer, der davon profitieren könnte, ist Yanick Linder. Der 24-jährige Widnauer stand schon im letzten Jahr ganz kurz vor dem Sprung ins Nationalteam. Erst bei der allerletzten Kaderreduktion musste er über die Klinge springen. «Ich wusste, dass es schwierig werden würde. Aber am Anfang war es schon hart, die Heim-WM so knapp zu verpassen. Deswegen aber den Kopf in den Sand zu stecken, bringt nichts. Ich habe weitergekämpft und wollte mich in diesem Jahr beweisen», sagt Linder.

«Die Vorfreude ist gross und natürlich bin ich auch ein bisschen nervös, zum ersten Mal im Trikot der A-Nationalmannschaft zu spielen.»

Yanick Linder, Captain Faustball Widnau

Grosse Vorfreude
Das Kämpfen hat sich gelohnt. Yanick Linder gehört sowohl fürs Länderspiel morgen Abend in Wigoltingen gegen Österreich, als auch für das Duell gegen Deutschland am Freitag in Schlieren zum Aufgebot von Oliver Lang. «Die Vorfreude ist gross und natürlich bin ich auch ein bisschen nervös, zum ersten Mal im Trikot der A-Nationalmannschaft zu spielen. Ich hoffe aber, dass sich das nach den ersten Bällen legen wird. Schliesslich war es schon lange mein grosses Ziel, für die A-Nationalmannschaft spielen zu dürfen», so Linder, der bereits für die U18-Landesauswahl aufgelaufen war.
Im Alter von sechs Jahren hat Yanick Linder mit Faustballspielen begonnen. In Widnau hat er alle Juniorenstufen durchlaufen und ist bereits mit 15 Jahren in die NLA-Equipe berufen worden. Dort allerdings sass er zu Beginn meist auf der Bank. «Drei Saison spielte ich praktisch nie. Das war schon hart», blickt er zurück. Die Aufgebote für die U18-Auswahl und die Tatsache, dass man ihm das Talent attestierte, dereinst für die A-Nati spielen zu können, sorgten aber für die nötige Zusatzmotivation.

Kommunikativer geworden
«Plötzlich packte mich der Ehrgeiz so richtig. Ich war ein ganz anderer Spieler auf dem Feld», erinnert sich Linder. «Daraufhin habe ich auch meine Chance im NLA-Team bekommen.» Und die hat er gepackt. Seit drei Jahren ist Linder Stammspieler in der Abwehr von Widnau. Seit einigen Monaten ist er gar Captain. «Ich bin stolz, dass ich Captain meines Teams sein darf», sagt er. «Meine Rolle als Spieler hat sich dadurch nicht gross verändert. Ich versuche aber, noch mehr zu kommunizieren und meine Mitspieler zu unterstützen.»
Eine Entwicklung, die nicht erst mit der Übernahme des Captainamts begonnen hat. Bereits in den letzten Saisons hatte Yanick Linder begonnen, auf dem Feld aktiver zu kommunizieren. «Zu Beginn meiner NLA-Zeit stand ich einfach hinten rechts in meiner Ecke und habe meinen Job gemacht. Das wars. Jetzt bin ich viel kommunikativer, gebe Anweisungen und unterstütze meiner Mitspieler. Das hilft auch meinem Spiel. Ich habe dadurch mehr Selbstvertrauen und mittlerweile auch mehr Erfahrung.»

Bild: Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Chancen aufs EM-Kader
Diese Entwicklung hat auch Nationaltrainer Oliver Lang erkannt. «Yanick ist mit seinen konstant guten Leistungen eine feste Grösse in der Abwehr von Widnau geworden. Er ist ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler, der auch immer in allen Trainings dabei ist. Damit hat er sich seine ersten Nati-Aufgebote verdient. Wenn es ihm gelingt, in den beiden Länderspielen seine Leistung abzurufen, dann ist er definitiv eine sehr gute Option fürs EM-Kader nächstes Jahr», so Oliver Lang.
Die Schweizer Männer Nationalmannschaft bestreitet in dieser Woche vier Testländerspiele. Am Dienstag spielt man in Wigoltingen gegen Österreich, am Mittwoch in Elgg und am Donnerstag in Jona ebenfalls. Am Freitag wartet dann zum Abschluss der Länderspielwoche das Kräftemessen mit Weltmeister Deutschland in Schlieren.

Die vier Länderspiele im Überblick:

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