Schweizer Frauen gewinnen Silber an den World Games

von Fabio Baranzini / Swiss Faustball

Bild: Moritz Kaufmann / IFA


Die Schweizerinnen müssen sich im Final der World Games den grossen Favoritinnen aus Deutschland trotz eines fulminanten Starts und einer grossartigen Leistung mit 2:4 geschlagen geben.

Wegen eines Gewitters fand der erste Faustball Frauen Final in der Geschichte der World Games mehr als drei Stunden später als geplant statt. Von dieser Verzögerung liessen sich die Schweizerinnen allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Als das Spiel gegen die grossen Favoritinnen aus Deutschland losging, waren die Schweizerinnen hellwach.
Nach einer ausgeglichenen Startphase konnten die Schweizerinnen, die in ihrer gewohnten Formation mit Tanja Bognar und Sara Peterhans im Angriff, Jamie Bucher in der Mitte, sowie Fabienne Frischknecht und Noemi Egolf in der Abwehr, davonziehen. Sie gewannen den ersten Durchgang überraschend deutlich mit 11:6.

2:0-Satzführung für die Schweiz
Und auch im zweiten Satz liessen die Schweizerinnen keinesfalls nach. Im Gegenteil – sie powerten im selben Stil weiter. Auch wenn die Deutschen etwas stärker wurden, hielten die Schweizerinnen, die im Verlauf des Satzes Fabienne Frischknecht durch die wieder genesene Rahel Hess ersetzten, dagegen. Sie konnten gegen Ende des Satzes gar noch einmal zulegen und diesen mit 11:9 für sich entscheiden.
Im dritten Durchgang wurden die Deutschen dann aber zunehmend stärker. Sie konnten die Angaben von Tanja Bognar besser entschärfen und wurden ihrerseits im Aufbau präziser. Die Schweizerinnen wehrten sich weiterhin nach Kräften, konnten den dritten Satz aber nicht mehr ausgeglichen gestalten. Mit 11:5 ging dieser klar an die Favoritinnen aus Deutschland.

Deutschland wird immer stärker
Und im vierten Satz ging es im selben Stil weiter. Die Schweizerinnen waren nicht mehr in der Lage, genügend Druck zu erzeugen und bekundete zugleich auch immer mehr Mühe, die Angriffe der Deutschen zu entschärfen. Auch der Wechsel in der Abwehr – Fabienne Frischknecht kam für Noemi Egolf ins Spiel – brachte keine Verbesserung. Der vierte Satz ging mit 11:5 an Deutschland.
Damit war nach knapp einer Stunde Spielzeit alles wieder ausgeglichen. Und ausgeglichen war es auch über weite Strecken zu Beginn des fünften Satzes. Ab dem Stand von 6:6 waren es dann aber die Deutschen, die davonziehen konnten. Daran änderte sich auch nichts, als die Schweizerinnen einen weiteren Wechsel vorgenommen hatten und Noemi Egolf in der Mitte für Jamie Bucher brachten. Zwar konnten die Schweizerinnen nochmals verkürzen, doch letztlich ging der Satz mit 11:8 an Deutschland.

Satzball erspielt
Jetzt waren die Schweizerinnen definitiv wieder gefordert. Das Trainer-Duo Lässer/Bork brachte dafür frische Kräfte. Adéla Lang spielte an Stelle von Sara Peterhans, Jamie Bucher kehrte in die Mitte zurück und Noemi Egolf kehrte für Fabienne Frischknecht in die Abwehr zurück. In dieser Konstellation konnten die Schweizerinnen im sechsten Satz vorerst gut mithalten. Ja mehr als das. Sie erspielten sich bei 10:9 sogar einen Satzball, den die Deutschen aber souverän abwehrten. Wenig später erkämpften sich die Favoritinnen dann den ersten Matchball und verwerteten diesen auf beeindruckende Art und Weise.
Somit müssen sich die Schweizerinnen mit der Silbermedaille begnügen. Ein Resultat, auf das die Equipe aber mehr als stolz sein kann. Denn nur die wenigsten hätten den Schweizerinnen vor diesem Turnier die Finalqualifikation und eine Leistung, wie sie sie im Halbfinal gegen Brasilien und im Final gegen Deutschland gezeigt haben, zugetraut.

Fazit von Natitrainer Anton Lässer
Nationaltrainer Anton Lässer fasst das World Games Turnier wie folgt zusammen: «Das Halbfinalspiel gegen Brasilien war eine taktische und mentale Meisterleistung des gesamten Teams – der Final gegen Deutschland war dann sogar eine Gala. Unser junges Team spielte aus einem Guss, kämpfte um jeden Ball und zeigte, warum wir Faustball so lieben. Wir können sagen, dass der Schweizer Frauen Faustball an der Weltspitze angekommen ist. Wir haben eine kleine Gruppe von Spielerinnen, die gewillt ist, den Aufwand zu betreiben, den es braucht, um den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Ich bin stolz und dankbar auf mein Team und meinen Staff.»

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