Schweizer Männer verlieren zu Hause gegen Deutschland

Nationaltrainer Oliver Lang zeigte sih hinterher nicht zufrieden mit der dargebotenen Leistung seiner Mannschaft, denn er sei prinzipiell ein sehr ehrgeiziger Mensch, der nicht gerne verliere und diese Eigenschaft spiegle sich auch in seinem Kader wider. Zwar hatten die Schweizer Faustballer im dritten Länderspielvergleich des WM-Jahres 2015 gegen Deutschland gute Ansätze offenbart und im Vergleich zu den beiden vorherigen Vergleichen eine Leistungssteigerung erkennen lassen. Doch wie schon Ende April und Anfang Juni musste man auch auf Schweizer Boden eine letztlich verdiente Niederlage (2:4) hinnehmen.

Folgerichtige Niederlage trotz guter Schweizer Startphase

Die Eidgenossen verzeichneten vor einer zahlenmässig sehr anspruchsvollen Zuschauerkulisse einen optimalen Start und konnten den ersten Satz mit 11:8 für sich entscheiden und vermochten - nach einem darauffolgenden 7:11 im zweiten Durchgang - den dritten Satz relativ klar nach 8:2-Führung mit 11:7 zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Obwohl die Schweiz mit 2:1 nach Sätzen in Führung lag, gelang es nicht, diesen Schwung für den weiteren Spielverlauf mitzunehmen. Man agierte nach den Einschätzungen des Coaching-Staffs zu statisch und liess auch ein wenig die so wichtige Eingespieltheit vermissen, wodurch man es verpasste, im vierten Satz das so wichtige Break zu realisieren. Deutschland wusste diese sich bietende Gelegenheit zu nutzen und konnte mit 11:7 erneut ausgleichen. Nachdem beide Mannschaften auch in den folgenden Spielabschnitten zahlreiche Aufstellungsvarianten ausprobierten, musste die Schweiz den vorentscheidenden fünften Durchgang etwas unglücklich mit 8:11 verloren geben. Deutschland liess sich im Anschluss den Sieg nicht mehr nehmen und brachte auch den sechsten Satz mit 11:9 ins Trockene.

Den Schweizer Faustballern blieb am Ende die Erkenntnis, phasenweise gut gespielt zu haben und eine positive Leistungstendenz aufzuweisen, doch am Ende aber dem aktuellen Welt- und Europameister resultatmässig erneut klar unterlegen zu sein. Obwohl das endgültige Resultat auf Grund des Testspiel-Charakters nicht gänzlich überbewertet werden darf, zeige der Spielverlauf sowie das Ergebnis das aktuelle Kräfteverhältnis der beiden ambitionierten WM-Teilnehmer auf.

Ueli Rebsamen spielbestimmender Schweizer Akteur

Im Schweizer Team gab es für diese Partie keine Überraschungen und Trainer Oliver Lang setze vornehmlich auf etablierte Nationalspieler. Gerade der Spielverlauf in de ersten vier Abschnitte spiegelte den bisherigen Saisonverlauf in der nationalen Liga wider und es überraschte nicht, dass die Eidgenossen in Ueli Rebsamen (STV Wigoltingen) ihren besten Akteur hatten. Dennoch wollte man mit zahlreichen im Voraus abgesprochenen Wechseln unterschiedliche Aufstellungsvarianten testen. Dies geschah auch im Bewusstsein, dass man notfalls auch auf den angestrebten Sieg verzichten musste, da der Fokus gänzlich auf die Titelkämpfe im November ausgerichtet sei. Erfreulich aus Schweizer Sicht war vor allem der Umstand, dass das Team mittlerweile unabhängiger von der Leistungskurve des langjährigen Teamleaders und Hauptangreifers Cyrill Schreibers agieren könne. Zwar wird er eine gewichtige Rolle bei der Weltmeisterschaft spielen, aber die jüngere Generation um Ueli Rebsamen hat erneut bewiesen, dass sie bereit steht, Verantwortung zu übernehmen und somit das Team insgesamt weiter zu stärken und zu festigen.

Rückblickend zeigte sich Nationalcoach Oliver Lang nach dem Länderspiel zuversichtlich in den verbleibenden Zusammenzügen den eingeschlagenen Weg weiterzuführen und die Mannschaft mit Hinblick auf die WM im November weiter voranzubringen. Aus diesem Grund würde man in den beiden kommenden Ländersielen gegen Brasilien (in Elgg am 05. August) sowie gegen Österreich (in Widnau am 07. August) auch mit gänzlich anderen Team-Zusammensetzungen agieren, um allen Spielern des aktuellen 14er-Kaders die entsprechenden Einsatzmöglichkeiten zu geben. Oliver Lang zeigt sich zuversichtlich, dass man das angestrebte Ziel der insgesamt dritten Medaille für die Schweiz an einer Männer-Weltmeisterschaft auf diese Art und Weise erreichen könne und bei einer allfälligen Final-Qualifikation sowie die Karten gänzlich neu gemischt werden würden.

Matchblatt vom Länderspiel in Jona

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