«Sogar Weltmeister Deutschland beneidet uns um unseren Fanclub»

von Roger Willen und Roman Mattle / CFFN

Bild: Fabio Baranzini / Swiss Faustball


Roman Mattle und Roger Willen vom CFFN haben Männer Nationaltrainer Oliver Lang interviewt und mit ihm über die aktuelle Situation, sein Verhältnis zu Trainerkollege Olaf Neuenfeld und den CFFN gesprochen.  

Oli, wie geht es dir und was machst du, wenn du nicht gerade an Faustball denkst?
Vielen Dank für die Nachfrage. Mir geht es sehr gut und ich hatte noch kein Corona. Ich denke eigentlich immer an Faustball, da es bei uns Zuhause mit meiner Frau und den Kindern täglich am Tisch diskutiert wird. Ich war im Winter aber auch sehr viel in den Bergen und als «Hobby» verkaufe ich ja noch Bohrmaschinen und Rotationslaser.

Nach einem Jahr Corona – wo steht die Schweizer Männer Nationalmannschaft und wie ist der Kontakt zu den Spielern?
Unser aktueller Stand ist sehr schwierig abzuschätzen, da auch die Nationalmannschaft keinen Sonderstatus hat und wir uns nie treffen konnten. Einzige Ausnahme, waren die Freundschaftsländerspiele im Sommer 2020. Dort ging es aber hauptsächlich darum, viele neue und vor allem auch junge Spieler zu testen. Kontakt zu den Spielern pflege ich vorwiegend über das Telefon und wichtige Infos werden in der Herrennati alle über Whatsapp versendet.

Wo und wann wird trainiert und wie lässt es sich ohne Ernstkampf leben?
Ohne Ernstkampf zu leben, ist sehr schwierig. Es bleibt uns aber gar keine andere Wahl, als es zu akzeptieren. Wir versuchen trotzdem, im Rhythmus zu bleiben und haben uns deshalb entschieden, das Trainingslager über Pfingsten in Magglingen gemeinsam mit der U 21 Nati durchzuführen.

Wie sieht die schwierige Planung für das Jahr 2021 aus?
Wie gesagt, an Pfingsten sind wir in Magglingen. Weiter sind Länderspiele im Sommer geplant. Ende Juli spielen wir in Schlieren gegen Österreich und am Oberseeturnier in Jona gegen Deutschland. Auch am Abendturnier in Wigoltingen würden wir gerne spielen, wenn es dem OK gelingt einen Gegner zu finden. Im September hoffen wir, dass es der EFA gelingt, einen Nationenpokal zu organisieren. Für uns wäre es sogar denkbar, die EM erst im September zu spielen.

«Seit ich 2012 Trainer der Nationalmannschaft geworden bin, wurde eine richtig gute Freundschaft daraus.»

Oliver Lang, Nationaltrainer Männer

Wie ist dein Verhältnis zu Olaf Neuenfeld, dem Deutschen Nationaltrainer?
Es wird immer schlechter, weil er uns nicht mehr gewinnen lässt. Nein Spass, ich kenne Olaf schon mehr als 25 Jahre und haben früher schon gegeneinander gespielt. Seit ich 2012 Trainer der Nationalmannschaft geworden bin, wurde eine richtig gute Freundschaft daraus. Olaf hat schon mehrere Male bei mir Zuhause übernachtet und wir sind monatlich in Kontakt, ob per Telefon oder via Whatsapp. Er kennt auch meine Familie sehr gut und schickt auch immer mal wieder eine Videobotschaft an meine Kinder. Leider ist mein Sohn Ales mehr Fan von ihm als von mir.

Was ist für dich wichtiger – die Weltmeisterschaft oder die WORLD-Games?
Ganz klar die WM, denn da nehmen mehr Nationen teil und wir spielen immer in einem Land, in dem auch aktiv Faustball gespielt wird. Somit hat es immer viele Zuschauer und eine gute Stimmung. Die WM dauert immer eine ganze Woche. An den World Games dauert das Turnier nur 3-4 Tage und meistens spielen wir abseits vom grossen Geschehen. Das Erlebnis ist natürlich trotzdem riesig, da man sich auch andere Sportarten anschauen kann und in Kontakt mit anderen Teilnehmenden kommt.

CFFN – deine Gedanken dazu?
Der CFFN ist der beste und lauteste Fanclub der Welt, den es in unserem Sport gibt. Die CFFN-Supporter unterstützen uns rund um den Erdball. Das Schöne daran ist eben, dass nicht nur die Herrennati profitiert, sondern auch die Frauen und der Nachwuchs. Es kommt viel Geld zusammen, das völlig selbstverständlich den Nationalmannschaften zur Verfügung gestellt wird. Darum ist ein grosser Teil der Erfolge im letzten Jahrzehnt dem CFFN zu verdanken. Sogar Weltmeister Deutschland beneidet uns um unseren Fanclub.

 

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