«Wir sind bereit für die WM»

von Roger Willen / CFFN


Wie stehen, die Chancen, dass Teams aus Übersee an der WM in Jona teilnehmen? Werden Zuschauer dabei sein? Und wie stehen die Chancen der Schweizerinnen? Roger Willen vom CFFN hat mit Charly Raymann über die Frauen-WM in Jona gesprochen.

Charly, in etwas mehr als zwei Monaten startet die Frauen-WM in Jona. Wie gross ist die Vorfreude?
Die Vorfreude ist natürlich sehr, sehr gross und wir hoffen und sind immer noch guten Mutes, dass die WM tatsächlich stattfinden kann. Wir haben seit der definitiven Zusage im November 2020 intensiv daran gearbeitet, dass wir allen teilnehmenden Nationen und natürlich auch den hoffentlich zugelassenen Zuschauern einen grossartigen Event bieten können.

Wie lange brauchtest du, um zu entscheiden, ob du bei der WM mithelfen willst, nachdem die IFA den TSV Jona zwecks Übernahme der Faustball-Weltmeisterschaften angefragt hatte?
Ich brauchte nicht lange zu überlegen. Für mich war klar, dass wir diese Anfrage mit einem eindeutigen «Ja» beantworten. Ich habe auch versucht, meine Begeisterung für die Organisation dieser WM bei den übrigen Vereinsmitgliedern, insbesondere beim Vorstand von Faustball TSV Jona, rüberzubringen. Das ist sicher gelungen.

Welches waren bis jetzt die grössten Herausforderungen rund um die WM-Organisation in diesen schwierigen Zeiten?
Unsere Zusage hing ja zu Beginn davon ab, ob wir seitens der öffentlichen Hand (Stadt, Region, Kanton und Bund) Zusicherungen für erhebliche Beiträge erhalten, damit der TSV Jona kein finanzielles Risiko eingeht. Nachdem diese Zusicherungen Mitte November vorlagen, konnten wir gegenüber der IFA die definitive Zusage erteilen. Die grössten Herausforderungen waren das Sponsoring sowie die Rekrutierung der benötigten Helferinnen und Helfer. Rund zwei Monate vor der Veranstaltung dürfen wir festhalten, dass diese Herausforderungen mehrheitlich gelöst sind und wir nun mit den Detailarbeiten starten können. Wir sind bereit für die WM.

«Die Gründung des CFFN unter meiner Initiative war und ist bis heute tatsächlich eine wahre Erfolgsgeschichte.»

Charly Raymann


Kannst du schon was zu den teilnehmenden Nationen sagen? Können wir mit Teams aus Übersee rechnen?

Innerhalb der von der IFA gesetzten Frist haben sich bis heute 14 Mitgliedsverbände (Chile, Argentinien, Brasilien, USA, Neuseeland, Japan, Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Serbien, Portugal und Tschechien) provisorisch angemeldet. Wir hoffen natürlich, dass diese Rekordzahl auch tatsächlich im Grünfeld starten kann. Deren Teilnahme hängt in erster Linie von der Pandemie-Entwicklung ab beziehungsweise von der Frage, ob die zurzeit noch bestehende Quarantänepflicht für rund zwei Drittel der gemeldeten Teams aufgehoben wird oder nicht.  Entsprechende Abklärungen und Gesuche bei den zuständigen Stellen sind in Bearbeitung.

Wie schätzt du die Chancen ein, dass Zuschauer erlaubt sein werden?
Sehr gross, vor allem aufgrund der vom Bundesrat in den letzten Tagen aufgezeigten Lockerungen ab Juli. Sollten Zuschauer tatsächlich zugelassen sein, müssten bestimmt gewisse Schutzmassnahmen befolgt werden. Diese kennen wir allerdings noch nicht.

Vor rund 30 Jahren ist der CFFN als wichtigste Stütze in ideeller und finanzieller Hinsicht für die Faustball-National-Teams gegründet worden. Du warst Gründungsmitglied und erster Präsident. Hättest du gedacht, dass der CFFN nach 30 Jahren über 300 Mitglieder zählt und die Teams bis jetzt mit rund einer halben Million Franken unterstützen hat?
Die Gründung des CFFN unter meiner Initiative war und ist bis heute tatsächlich eine wahre Erfolgsgeschichte. Überwältig bin ich natürlich über den nie erwarteten Mitgliederbestand und deren finanzielles Engagement, dank dem die diversen Schweizer Nationalteams in den vergangenen Jahren mit beträchtlichen Beiträgen für internationale Veranstaltungen unterstützt werden konnten. Zum Erfolg beigetragen haben in erster Linie der langjährige Präsident Roman Mattle mit seiner Begeisterung und auch die beiden Vorstands-Mitstreiter. Diesen drei Faustballenthusiasten gehört mein allergrösser Dank.

Wird es für die Frauen-Nati eine Medaille geben in Jona?
Ich bin bezüglich Medaillen an Weltmeisterschaften eher ein «gebranntes Kind». Ich musste in den vergangenen 40 Jahren verschiedene Enttäuschungen miterleben. Trotzdem glaube ich an unsere Schweizer Frauen mit dem kompetenten Staff und wäre glücklich und zufrieden, wenn eine Medaille gewonnen werden könnte. Noch genialer wäre natürlich der Vorstoss ins Endspiel, wo dann bekanntlich immer alles möglich ist.

Was macht Charly Raymann, wenn Die Frauen-WM vorbei ist?
Dann freut er sich, auf eine hoffentlich gelungene Frauen-WM zurückblicken zu können und wird vorerst das «normale» Faustballerleben geniessen. Will heissen: Befreit von jeglichem Organisationsstress weiterhin möglichst viele Faustballanlässe zu besuchen und vor allem weiterhin mit meiner Ehefrau Inge, die mich in all den vielen Jahren immer tatkräftig unterstützte und dabei auch meine Faustballbegeisterung teilte, Reisen in ferne Länder (vor allem Afrika und Südamerika und eventuell Ozeanien) zu unternehmen.

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