«Ich glaube nicht, dass eine Equipe durchmarschieren wird»

von Fabio Baranzini

Bild: Uwe Spille / IFA


Am ersten Maiwochenende beginnt die neue NLA-Saison der Frauen. Wir blicken mit Frauen Nationaltrainer Oliver Lang auf die neue Spielzeit und sprechen über Favoritinnen und Überraschungsteams.

Oli, die neue Feldsaison beginnt bald – wer sind aus deiner Sicht die favorisierten Teams bei den Frauen?
Oli Lang: Meine Antwort dürfte nur die wenigsten überraschen. Es sind die vier Teams, die auch in der Hallensaison zuvorderst standen, nämlich Diepoldsau, Jona, Elgg-Ettenhausen und Kreuzlingen.

In der Hallensaison war es zwischen den vier Teams sehr eng. Erwartest du das auch auf dem Feld so?
Ja, ich denke schon. Ich glaube nicht, dass eine Equipe durchmarschieren wird – auch nicht Diepoldsau. Ich bin überzeugt, dass die vier Topteams alle gegeneinander gewinnen können. Das macht die Saison spannend.

Wer aus diesem Quartett ist denn dein Titelfavorit?
Für mich ist Diepoldsau nach wie vor das Team, das es zu schlagen gilt. Sie sind – vor allem dank Tanja Bognar im Angriff – die stärkste Mannschaft. Dahinter folgt für mich Jona, das sehr viel Routine mitbringt.

Werfen wir noch einen Blick auf Schlieren und Neuendorf, welche das NLA-Feld bei den Frauen komplettieren. Wie beurteilst du diese beiden Teams?
Schlieren erachte ich als stärker als Neuendorf. Sie haben letztes Jahr mit der Teilnahme am Final4 auf dem Feld bewiesen, dass sie an einem guten Tag auch einmal gegen ein Spitzenteam gewinnen können. Ich glaube allerdings, dass die Konstanz noch fehlt, um das auch in diesem Jahr zu schaffen. Dennoch sehe ich sie vor Neuendorf, weil bei Neuendorf eine Topspielerin im Angriff fehlt. Da in dieser Saison aber niemand absteigen wird, weil die Liga im Hinblick auf die kommende Saison auf sieben Teams aufgestockt wird, ist das nicht so entscheidend.

Welchem Team traust du am ehesten eine Überraschung zu?
Elgg-Ettenhausen. Wenn das Team es schafft, das Potenzial voll abzurufen, ist die erste Finalqualifikation auf dem Feld möglich.

Wechseln wir doch noch kurz das Thema und schauen auf die Saison der Frauen Nationalmannschaft. Das grosse Ziel in diesem Jahr sind die World Games in Chengdu im August. Wie siehst du die Ausgangslage für dieses Turnier?
Eigentlich genau gleich wie vor der WM letzten November, wo wir die Bronzemedaille gewonnen haben. Eine Medaille ist auch jetzt wieder das grosse Ziel und die Finalteilnahme wäre grossartig. Für uns heisst das, dass wir mindestens ein Team aus dem Trio Deutschland, Brasilien und Österreich hinter uns lassen müssen. Wenn wir die letztjährige WM als Referenz nehmen, wäre das wohl am ehesten Österreich, wobei wir auch gegen die Weltmeisterinnen aus Brasilien im Halbfinal eine gute Figur abgegeben haben und uns sogar noch Satzbälle zum 2:2 Satzausgleich erspielt hatten.

Wie sieht die Vorbereitung in den kommenden Wochen aus?
Wir spielen das Turnier in Frauenfeld mit allen 14 Spielerinnen, die aktuell im Kader sind. Und nach drei Meisterschaftsrunden reisen wir nach Dennach, wo wir ein Länderspiel gegen Deutschland bestreiten und auch noch am Turnier teilnehmen. Danach werde ich bereits das definitive Kader für die World Games bekanntgeben.

Dein Resultat-Tipp für die Meisterschaft:

1. Diepoldsau
2. Kreuzlingen
3. Elgg-Ettenhausen
4. Jona
5. Schlieren
6. Neuendorf

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